Der Führerschein bedeutet für Fahrneulinge Freiheit und Selbstständigkeit. Doch bevor man den "Lappen" in den Händen hält, wird man erst einmal kräftig zur Kasse gebeten. Dabei gibt es von Fahrschule zu Fahrschule erhebliche Unterschiede, was die Kosten angeht.

Viele Jugendlichen schieben den Führerschein inzwischen auf, das gilt vor allem für junge Menschen, die in Großstädten leben. Ein Grund dafür sind die Kosten, die für den Führerschein entstehen. Laut einer Statistik des Internet-Portals "Preisvergleich.de" müssen Fahrschüler in Deutschland im Schnitt 1.380 Euro für die Fahrerlaubnis aufbringen. Berücksichtigt wurden bei der Ermittlung der Durchschnittskosten für den Führerschein Klasse B von 800 Fahrschulen in 100 Städten, gemessen an 18 Übungsstunden und den Kosten für Sonderfahrten, Lernmaterial sowie Grundgebühr und Prüfungsgebühren. Auffallend hierbei: Zwischen den Bundesländern und einzelnen Städten gibt es enorme Preisunterschiede.

Bei den Städten ist München am teuersten

Die Auswertung der Daten ergab, dass Fahrschüler in Tübingen am tiefsten in die Taschen greifen müssen. Satte 1.873 Euro zahlen Fahranfänger hier im Durchschnitt. Das sind 493 Euro mehr als der bundesweite Durchschnitt. Dahinter folgen Neumünster (1.825 Euro) und Konstanz (1.822 Euro). Von den Großstädten liegt München mit durchschnittlich 1.799 Euro auf dem ersten Platz. Berlin dagegen sticht mit 1.069 Euro positiv hervor. Zum Vergleich: In den Ostdeutschen Städten Gera (930 Euro), Halle a. d. Saale (998 Euro) und Chemnitz (1.029 Euro) zahlen Fahranhänger deutlich weniger.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Statistik des Online-Portals "Fahrschulvergleich.de". Hier wurden die Preise von 700 Fahrschulen miteinander verglichen. Beim Ergebnis fällt auf, dass die Kosten für die Fahrerlaubnis in Großstädten vergleichsweise hoch erscheinen. In Köln zahlt man demnach durchschnittlich 1.479 Euro, in Hamburg sind es 1.509 Euro, Düsseldorf liegt mit 1.536 Euro im Mittelfeld, dann kommen Frankfurt am Main (1.604 Euro) und Stuttgart (1.765 Euro). Lediglich Berlin fällt auch hier aus dem Muster (1.202 Euro). Bei der Statistik wurden 24 Übungsstunden als Referenz genommen.

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Generell sind die Preisunterschiede zwischen den Bundesländern teils gravierend (Statistik von "Preisvergleich.de"). Am teuersten ist der Führerschein in Bayern (1.656,20 Euro), gefolgt von Baden-Württemberg (1.559,60 Euro), Rheinland-Pfalz (1.544,40 Euro), Hessen (1500,90 Euro), Schleswig-Holstein (1.446,60 Euro), Nordrhein-Westfalen (1.425,00 Euro), Niedersachsen (1.414,50 Euro), Bremen (1.328,70 Euro), Hamburg (1.326,10 Euro) und dem Saarland (1.326,10 Euro).

In Ostdeutschland ist der Führerschein dagegen im Durchschnitt deutlich günstiger als im Westen. Hier ist Mecklenburg-Vorpommern mit 1.214,50 Euro am teuersten, dahinter kommen Thüringen (1.103,60 Euro), Sachsen (1.096,60 Euro), Sachsen-Anhalt (1.090,10 Euro), Berlin (1.068,70 Euro) und Brandenburg (1.077,20 Euro).

Gründe für die Preisunterschiede

Verbraucher-Experten begründen die erheblichen Preisunterschiede zwischen und innerhalb der Städte vor allem mit dem Standortfaktor. Je mehr Miete eine Fahrschule zahlen muss und umso höher die Löhne für Mitarbeiter und Fahrlehrer sind, desto mehr Kosten entstehen auch für die Fahrschüler. Ein weiterer Grund liegt in der Einkommensverteilung. Fahrschulen in wohlhabenden Städten wie München oder Hamburg können mehr Geld für den Führerschein verlangen. Hinzukommt, dass hier außerdem entsprechend viele Menschen auf die einheimischen Fahrschulen angewiesen sind.

Tipps für Fahranfänger

Experten raten deshalb nicht dazu, die nicht nächstbeste Fahrschule auszuwählen, sondern vorher verschiedene Angebote einzuholen. So können die unterschiedlichen Preise miteinander verglichen werden - die Preise variieren pro Übungsfahrt nach Angaben der Statistik bundesweit zwischen 20 und 45 Euro. Bei durchschnittlich 24 Übungsfahrten, die Fahrschüler in der Regel benötigen, kommt so ein erheblicher Preisunterschied zustande. Die Kosten für Prüfungsgebühren und Lernmaterialien sind hier noch nicht einmal eingerechnet.

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