Sekundenschlaf im Auto ist eine tödliche Gefahr. Häufig passiert das kurze Einnicken auf langen Autofahrten und in den Abendstunden. Soweit darf es aber nicht kommen.

Bald fängt die neue Urlaubszeit an und das heißt für viele Reisende wieder stundenlange Autofahrten, die häufig in der Nacht beginnen oder enden. Dabei unterschätzen immer noch viele Autofahrer das große Unfallrisiko, das von Müdigkeit am Steuer ausgeht und in vielen Fällen zum berühmt berüchtigten Sekundenschlaf führt. Schwere Unfälle können die Folge sein. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Anzeichen für Ermüdung frühzeitig zu erkennen und nicht bis zur totalen Erschöpfung die Autofahrt in den Urlaub durchzuziehen.

Müdigkeit nicht ignorieren

Laut ADAC-Statistik geht rund jeder vierte Autobahnunfall auf Müdigkeit am Steuer zurück. In den meisten Fällen überschätzen sich die Fahrer schlicht weg und ignorieren die schweren Lider, bis es zu spät ist. Meistens wollen sie möglichst schnell am Reiseziel ankommen und verzichten dabei auf scheinbar unnötige Pausen.

Und genau hier liegt die größte Gefahr. Denn der Körper benötigt entsprechende Pausen. Energydrinks, Kaffee und Co. können zwar für einen kurzen Energieschub sorgen, schützen aber nicht vor Sekundenschlaf  – vor allem nicht, wenn die Aufputscher zu spät in die Blutbahn kommen. Koffeinhaltige Getränke benötigen immerhin bis zu 20 Minuten, um ihre belebende Wirkung im Körper freizusetzen.

Tödlicher Blindflug auf der Straße

Wer nur zwei Sekunden einnickt und gerade einmal mit 100 km/h unterwegs ist, legt 56 Meter im Blindflug zurück. Der Fahrer ist über diese Strecke hinweg handlungsunfähig. Auf Hindernisse, Spurwechsel, Bremsmanöver und andere Gefahrensituationen kann er in dieser Zeit nicht reagieren. Das Unfallrisiko steigt erheblich an.

Neben dem Blindflug ist auch die "Aufwachphase" direkt nach dem Sekundenschlaf ein heikler Moment. In den meisten Fällen schrecken die Autofahrer nämlich ruckartig auf und laufen Gefahr, das Steuer zu verreißen oder in Panik zu stark zu bremsen.

Wann ist die Gefahr am größten?

Laut ADAC besteht die größte Gefahr für Sekundenschlaf dann, wenn Autofahrer gegen die innere Uhr beziehungsweise gegen den eigenen Rhythmus antreten. Im Durchschnitt befindet sich der Mensch in der Zeit zwischen zwei und fünf Uhr morgens in der biologischen Tiefschlafphase. Viele Autofahrer nutzen aber genau diese Zeit, um der großen Stauwelle zu entgehen. Gleiches gilt für die Mittagszeit um 14 Uhr herum. Auch dann sollte lieber eine kurze Pause eingelegt werden, anstatt die Müdigkeit einfach zu "überfahren".

Abgesehen davon spielt aber auch die Länge der Fahrt eine entscheidende Rolle. Besonders lange Touren und die Monotonie auf der Autobahn lassen das Reaktionsvermögen schwinden und die Müdigkeit aufkommen.

Alle zwei Stunden eine kurze Pause

Um Sekundenschlaf effektiv vorzubeugen, sollten Autofahrer laut ADAC alle zwei Stunden eine kurze Pause einlegen und frische Luft schnappen. Macht sich Müdigkeit breit, hilft ein kurzes Nickerchen von zehn bis 20 Minuten. Ebenfalls wichtig: Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich und verzichten Sie dabei auf besonders zuckerhaltige, süße Getränke. Wasser, Tees und Saftschorlen sind hier die bessere Wahl. Beim Essen sollten Sie auf leicht verdauliche Produkte, wie Obst, Rohkost und Vollkornprodukte achten. Fettiges und schwer verdauliches Essen ist auf langen Autofahrten tabu.

Grundsätzlich gilt, dass lange Autoreisen nicht nach einem anstrengenden Arbeitstag und unausgeschlafen angetreten werden sollten. Darüber hinaus warnt der ADAC auch ausdrücklich davor, sich auf Fahrassistenzsysteme zu verlassen. Spurhalte- und Notbremsassistenten haben nur eine beschränkte Funktion und verhindern nicht, dass Sie hinterm Steuer plötzlich einschlafen.

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