Der Skandal um manipulierte Diesel-Abgaswerte von VW in den USA zieht immer weitere Kreise. Aber sind Diesel wirklich so schädlich und warum sind die Selbstzünder eigentlich so beliebt?

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat bekannt gegeben, dass VW nicht nur in den USA die Abgaswerte seiner Dieselfahrzeuge frisiert hat. Auch in Deutschland sollen 2,8 Millionen VW-Fahrzeuge mit Antrieben der 1,6- und 2-Liter-Diesel-Klasse betroffen sein. Weitere Autobauer stehen jetzt ebenfalls im Fokus der Öffentlichkeit und müssen sich unangenehme Fragen zu ihren Abgaswerten gefallen lassen. Dabei sind Diesel in der Zulassungsstatistik beliebter denn je. Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren 2014 allein 47,8 Prozent aller zugelassenen Neuwagen ein Diesel. Doch was gilt es über Dieselmotoren zu wissen?

Diesel mit schädlicheren Abgasen

Im Vergleich zum Benziner entstehen bei Dieselmotoren deutlich mehr Abgase wie beispielsweise gesundheitsschädliche Stickoxide. Aus diesem Grund benötigen Dieselmotoren auch einen Katalysator, um die von der EU festgelegten Grenzwerte für die CO2-Emissionen und andere Schadstoffe einzuhalten. Die dafür benötigten Partikelfilter machen den Diesel bei Anschaffung und Wartungskosten dafür aber teurer.

Diesel sind sparsam und durchzugsstark

Seit Benzinmotoren ebenfalls auf Direkteinspritzung setzen und moderne Plug-in-Hybride mit einer Kombination aus Elektro- und Benzinmotor ebenfalls sehr effizient unterwegs sind, hat der Dieseldirekteinspritzer einen entscheidenden Vorteil verloren, dennoch sind Dieselmotoren nach wie vor sehr sparsam.

Eine typische Motorcharakteristik des Diesels ist außerdem das kräftige Drehmoment, das im Vergleich zum Benziner bereits bei einem viel niedrigeren Drehzahlbereich anliegt. Diese Durchzugsstärke ist einer der wesentlichen Vorteile von Dieselmotoren. Beim Beschleunigen muss so nicht mehr zwangsläufig heruntergeschaltet werden.

Günstiger für Vielfahrer

Früher galt eine Laufleistung von jährlich mindestens 15.000 Kilometer als Voraussetzung dafür, dass sich ein Diesel amortisiert. Heute lohnen sich moderne Diesel bereits bei einer Laufleistung von 10.000 Kilometern pro Jahr. Die geringeren Kraftstoffkosten spielen hierbei die entscheidende Rolle. Hinzukommt, dass Dieselfahrzeuge als besonders langlebig und robust gelten, tatsächlich aber bei Neufahrzeugen auf einem Niveau mit Benzinmotoren liegen.

Aufgrund der vorgeschriebenen CO2-Grenzwerte fallen für Dieselfahrzeuge in der Regel höhere Kfz-Steuern an. Hinzukommt, dass auch viele Kfz-Versicherungen für Diesel einen höhen Beitrag berechnen. Der Grund hierfür liegt in der Laufleistung der Fahrzeuge. Dieselmotoren leisten statistisch mehr Kilometer pro Jahr ab als Benziner. Je höher die Laufleistung, desto höher ist auch die theoretische Unfallgefahr.

Weitere Themen
Abgase, Verbrauch, Drehmoment: Was Sie über Dieselmotoren wissen sollten