Es klingt nach einer sehr guten Idee: Durch eine Nanobeschichtung perlt auftreffendes Wasser von der Autoscheibe ab wie bei einer Lotusblume. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit muss nicht mehr gewischt werden, das Wechseln der Scheibenwischer erübrigt sich. Doch funktioniert die sogenannte Nanobeschichtung wirklich?

Weniger Scheibenwischen und trotzdem mehr freie Sicht? Das versprechen sogenannte Scheibenversiegelungen. Das auch als Nanobeschichtung bezeichnete Verfahren sorgt für eine Oberfläche auf der Autoscheibe, auf der Wasser blitzschnell abperlt und somit keine Sichtbehinderung darstellt. Aber funktioniert das auch in der Praxis?

Versiegelungen ab fünf Euro erhältlich

Die Nano-Versiegelungen sind im Handel ab fünf Euro erhältlich und werden nach der gründlichen Reinigung der Scheiben mit einem Tuch oder Schwamm auf dem Glas aufgetragen. Bei den meisten Produkten ist eine Geschwindigkeit von 60 bis 70 km/h ausreichend, damit der Fahrtwind die nun kugelförmigen Wassertropfen von der Scheibe weht.

Problem: Der Scheibenwischer

In der Praxis ist es jedoch immer noch ab und zu erforderlich, die Scheibe mit dem Scheibenwischer von Schmutz und Wasser zu befreien. Das ist besonders dann der Fall, wenn man viel in der Stadt unterwegs ist und nie über die 60 km/h hinaus kommt. Und hier zeigt sich das große Problem der Nanobeschichtungen: Die Gummilippe des Scheibenwischers zerteilt die kleinen, runden Wassertropfen in Tausende noch kleinere Tröpfchen, die erst eine Zeit lang brauchen um weggewischt oder -geweht zu werden. Für einige Sekunden ist die Sicht mitunter stark eingeschränkt.

Diese Schlierenbildung ist zwar je nach verwendetem Produkt mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Durch diesen Effekt sind die Scheibenversiegelungen jedoch nicht uneingeschränkt empfehlenswert. Für die Seitenscheiben mögen die Produkte hilfreich sein, nicht aber für die Windschutzscheibe. Hier kommt man als Autofahrer (bislang) nicht um das Wischen herum. Gleiches gilt für das Wechseln der Scheibenwischer.

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