In Deutschland gab es 2014 rund 8,6 Millionen Verkehrsverstöße. Die meisten Vorfälle sind auf Geschwindigkeitsmissachtungen zurückzuführen, wobei man es im Norden anscheinend ganz besonders locker mit den Verkehrsregeln nimmt.

Der Auto Club Europa (ACE) hat die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Bezug auf die Verkehrsdelikte im Jahr 2014 ausgewertet. Das positive Ergebnis vorweg: Trotz der neuen Punktereform wurden deutlich weniger Autofahrer negativ auffällig, als in den Jahren zuvor. Dennoch wurden zum Stichtag, dem 1. Januar 2015, insgesamt 8.630.907 Punktesammler gemeldet. Das heißt: Fast jeder sechste deutsche Autofahrer hat ein Punktekonto in Flensburg. Am häufigsten vertreten sind Männer zwischen 25 und 44 Jahren.

Rasen ist kein Kavaliersdelikt

Bei vielen Autofahrern gilt Rasen immer noch als Kavaliersdelikt. Dabei kann überhöhte Geschwindigkeit nicht nur zu schweren Unfällen führen, sondern zudem noch andere, vor allem teure Konsequenzen nach sich ziehen. So geht auch im Jahr 2014 die Mehrheit der Verkehrsdelikte auf zu schnelles Fahren zurück. 64 Prozent - oder rund zwei Drittel der Sünder - nehmen es mit dem Gaspedal nicht so genau und werden beim Rasen erwischt. Seit 2006 ging die Zahl der Punktesammler aufgrund von Tempoverstößen lediglich um 4,7 Prozent zurück.

Auf Alkohol- und Drogenmissbrauch am Steuer lassen sich dagegen immer noch rund 90 Prozent aller Führerscheinentzüge zurückführen. Die Gesamtzahl derartiger Vergehen ist dagegen seit 2006 immerhin um 23 Prozent gesunken.

Der Norden fährt wilder

Während insgesamt 8,6 Millionen Einträge beim KBA vermerkt wurden, liegt der Zahl der schweren Verkehrsverstöße bei 4,5 Millionen. Daraus ergibt sich pro 100.000 Einwohner (ab 15 Jahren) in Deutschland ein Durchschnittswert von 6.449 Einträgen. Besonders auffällig sind dabei die regionalen Unterschiede: Zu den negativen Spitzenreitern zählen die Bundesländer Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, in denen bis zu 11.202 Einträge pro 100.000 Einwohnern vorgenommen wurden. Überraschend gesittet fährt man dagegen im Saarland (3.759 Delikte). Und selbst die Großstädte Berlin und Hamburg liegen mit jeweils 3.761 und 4.684 Verkehrsverstößen mit Punkten zur Folge, deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.

In Bezug auf die seit Mai 2014 geltende Punktereform kommt der ACE in seinen Auswertungen zu dem Schluss, dass das neue Regelwerk zu keinem klar erkennbaren Anstieg bei den Einträgen ins Flensburger Punktekonto geführt habe.

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