Wer mit Kupplung, Gaspedal und Co. richtig umzugehen weiß, kommt mit einer Tankfüllung deutlich weiter, als gedacht. Denn nach wie vor liegt es zum größten Teil am Fahrer, ob das Auto säuft oder nur am Tankvorrat nippt. Hier kommen sieben Spritsparsünden, die Sie unbedingt vermeiden sollten.

Die Tankanzeige neigt sich nach kurzer Zeit schon wieder dem roten Bereich entgegen und die Tankwarte der Umgebung kennen Sie bereits beim Vornamen: Viele Autofahrer beklagen sich über den hohen Spritverbrauch ihres Pkw – oft zurecht, stimmen die Herstellerangaben meist nicht mit dem Verbrauch in der Realität überein. Dennoch liegt es in vielen Fällen auch an der persönlichen Fahrweise und einem allzu nervösen Gasfuß, dass der Verbrauch unnötig nach oben schnellt.

Wer bewusst und sparsam fährt, schont Geldbeutel und Umwelt

Es ist schon beeindruckend: Nach Angaben des Bundesumweltministeriums könnten allein durch sparsameres Autofahren jährlich rund fünf Millionen Tonnen des klimaschädlichen Gases CO2 in Deutschland vermieden werden. Rechnet man das auf die zugelassenen Pkw um, müsste jeder Autofahrer nur 0,33 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer Fahrstrecke einsparen, sagt der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Das klingt zum einen nicht unmöglich und mit ein paar Tipps ist es tatsächlich auch sehr einfach umzusetzen. Deshalb gilt es, die folgenden sieben Spritsparsünden umbedingt zu vermeiden – sonst hilft der modernste Downsizing-Motor nichts.

Spritsparsünde 1: Falsches Schalten

Zwar verfügt mittlerweile ein großer Anteil moderner Pkw über ein Automatikgetriebe, doch gerade in Deutschland schalten sehr viele Autofahrer immer noch selbst die Gänge durch. Und genau hier können Sie durch richtiges Verhalten jede Menge Benzin oder Diesel einsparen: Nach dem Anfahren sollten Sie so schnell wie möglich in den zweiten Gang schalten. Die folgenden Gangwechsel immer bereits bei etwa 2.000 Umdrehungen einleiten. Beim Bremsen oder Ausrollen sollten Sie zudem nicht sofort zurückschalten, denn das erfordert wieder einen anschließenden Gasstoß. Viele aktuelle Pkw – ob leistungsstarke Limousine oder Kleinwagen – lassen sich stark niedrigtourig fahren, ohne dabei zu ruckeln, was die nächste Sünde gleich einleitet.

Spritsparsünde 2: Falsches Beschleunigen

Denn hohe Drehzahlen gehen praktisch immer mit einem erhöhten Spritbedarf des Motors einher. Deshalb gilt bei allen Autos, die nicht älter als 20 Jahre sind: Der beste, schonendste und sparsamste Drehzahlbereich ist der sehr niedrige, und nicht der mittlere, wie oft vermutet wird. Heißt konkret: Mit den genannten 2.000 Umdrehungen kommen Sie in der Stadt und über Land sehr gut zurecht und sparen bis zu 30 Prozent Kraftstoff. Hinzukommt, dass Sie sparsamer anfahren, wenn Sie mit viel Gas (etwa drei Viertel des Gaspedalweges) bei niedriger Motordrehzahl beschleunigen, als mit sanftem Gaspedaldruck im mittleren Bereich (über 2.500 Umdrehungen).

Spritsparsünde 3: Falsches Verzögern

Allgemein ist wichtig, vorausschauend zu fahren. Denn jeder Bremsvorgang vergeudet Energie und damit Sprit. Wenn Sie also an eine rote Ampel heranfahren, sollten Sie so lange wie möglich die Motorbremswirkung benutzen, da die meisten Motoren im "Schubbetrieb" keinerlei Kraftstoff verbrauchen, so der ADAC. Wenn Sie Ihre Geschwindigkeit schon früh verringern, kann es sogar sein, dass Sie gar nicht an der Ampel anhalten müssen, sondern bereits wieder freie Fahrt haben.

Spritsparsünde 4: Ständige Stromfresser

Die Lichtmaschine, also der Stromgenerator des Autos, hängt direkt am Verbrennungsmotor. Wer ständig die Klimaanlage, die Heckscheiben- oder Sitzheizung laufen lässt, ohne dass diese wirklich benötigt werden, verschwendet damit wertvolle Energie, die eigentlich für den Vortrieb des Autos genutzt werden könnte. Zur Einordnung: Eine Klimaanlage kann gut und gerne bis zu 1,5 Liter zusätzlich pro 100 Kilometer verbrauchen, eine Scheibenheizung bis zu 0,4 Liter.

Spritsparsünde 5: Zu viel Ballast

Wenn Sie ständig mit einem halb beladenen Kofferraum oder nicht benötigten Ski- oder Dachträgern fahren, kann der Verbrauch drastisch ansteigen. 100 Kilogramm Mehrgewicht verursachen rund 0,5 Liter Zusatzverbrauch auf 100 Kilometern, sagt der VCD. Hinzu kommt die ungünstigere Aerodynamik bei Dachaufbauten, die ebenfalls bis zu 1,0 Liter ausmachen. Besonders dramatisch steigt der Verbrauch bei Fahrrädern auf dem Dach – hier ist mit bis zu vier Extra-Litern zu rechnen.

Spritsparsünde 6: Hoher Rollwiderstand

Wer breite Sportreifen auf seinem Auto montiert, braucht sich nicht über einen erhöhten Spritverbrauch zu wundern. Mittlerweile bieten fast alle Reifenhersteller Leichtlaufreifen an, die eine gute Kombination aus Fahrsicherheit und niedrigem Rollwiderstand bieten. Darüber hinaus sollten Sie unabhängig von Ihrer Reifenwahl immer auf den richtigen Reifendruck achten – ein platter Pneu kostet Kraftstoff und ist wenig effizient. Auch ein wenig mehr als der in der Bedienungsanleitung angegebene Luftdruck schadet nicht. Der etwas schlechtere Komfort steht einem geringeren Verbrauch, weniger Schadstoffen und weniger Reifenverschleiß gegenüber.

Spritsparsünde 7: Kurzstrecken

Auch wenn sie sich für viele Autofahrer kaum vermeiden lassen: Kurzstrecken tragen zu erheblichem Mehrverbrauch und einem deutlich stärkeren Verschleiß des Motors bei, da dieser auf kurzen Fahrstrecken kaum eine vernünftige Betriebstemperatur erreicht. Auf den ersten beiden gefahrenen Kilometern nach einem Kaltstart verbraucht selbst ein aktuelles Auto bis zu 30 Liter Sprit, so der ADAC. Das immer noch beliebte "Warmlaufenlassen" im Stand kann deshalb auch keine umweltschonende Alternative sein und ist zudem verboten. Die einzige Lösung lautet: Kurze Strecken zu Fuß, per Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen, wenn mehrere Einzelfahrten nicht zusammengelegt werden können – das Einsparpotenzial ist hier beachtlich.

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