Der private Autoverkauf ist immer wieder ein Thema für Autobesitzer, denn der Gebrauchtwagenmarkt brummt: Jedes Jahr wechseln etwa zehn Millionen Pkw den Besitzer, sagt der ADAC. Wer sein Auto selbst verkaufen will, sollte jedoch einige Ratschläge befolgen, bevor er handelt. Besonders der Zeitpunkt des Verkaufs kann in hohem Maße über den Preis bestimmen. Und ein bestimmter kleiner Aufkleber kann bis zu 2.000 Euro wert sein.

Ständig präsentieren die Hersteller neue Modelle, nach einigen Jahren fährt man schon wieder ein altes Auto. Wer es sich leisten kann, wechselt freiwillig immer mal wieder sein Fahrzeug. Manch anderer hat jedoch keine Wahl: Wenn der Rost an die Substanz geht und der Motor nur noch stottert, ist es nicht selten an der Zeit für einen neuen Wagen. Doch wohin mit dem alten Pkw? Viele Autofahrer entscheiden sich für den Privatverkauf. Online-Marktplätze und Versteigerungsbörsen machen es einem leicht, ein Inserat mit mehreren Bildern zu erstellen und damit tausende Interessenten zu erreichen. Aber bevor Sie jetzt vorschnell die Eingabemaske ausfüllen und Fotos von Ihrem Gebrauchten machen, sollten Sie diese Tipps beachten.

Beim Autoverkauf kommt es nicht auf Lackkratzer an

Denn wer seinen Gebrauchten zum falschen Zeitpunkt anbietet, kann viel Geld verlieren. Fünf Jahre nach dem Kauf eines Neuwagens ist der Wertverlust mit durchschnittlich 65 Prozent besonders hoch, sagt der ADAC. Denn in den folgenden fünf Jahren beträgt der Verlust insgesamt nur noch ein Viertel, also 25 Prozent. Besonders ärgerlich ist der anfängliche Wertverlust natürlich bei teuren Luxusmodellen – daran ändern lässt sich wenig. Nur besonders wertvolle oder rare Modelle weichen von diesem Zeitverlust ab.

Nicht zu vergessen sind die steigenden Kosten für die Instandhaltung, je älter das Auto wird. Was also zu tun? Sie sollten eine einfache Rechnung beherzigen: Wenn die anfallenden Reparaturkosten die Hälfte des (ungefähren) Restwertes Ihres Pkw übersteigen, ist es sinnvoller das Auto zu verkaufen, statt es noch einmal in die Werkstatt zu bringen. Aber: Schäden müssen beim Verkauf genannt werden. Einen besonders hohen Aufwand zur Entfernung von Lackkratzern oder kleinen Beulen brauchen Sie übrigens nicht zu treiben: Im sogenannten Richtpreis eines Gebrauchtwagen sind solche Schäden bereits einkalkuliert.

Saison kann Preis beeinflussen

Neben dem richtigen Zeitpunkt für den Verkauf kann auch die Saison die Preise eines Modells beeinflussen. So berichtet etwa das Verkaufsportal "mobile.de" über sinkende Gebrauchtwagenpreise um Ostern. Schon das dritte Jahr in Folge seien hier niedrigere Preise als im jeweiligen Vormonat zu beobachten. Auch Cabrios sind je nach Jahreszeit mal mehr, mal weniger wert. Dennoch sollten Sie auf jeden Fall die Preise für Ihr Modell über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten: Gebrauchte VW-Dieselmodelle werden derzeit beispielsweise wieder teurer, obwohl sie in den letzten zwölf Monaten an Wert verloren.

Wenn Ihr Pkw eine sehr hohe Laufleistung aufweist, besonders alt ist oder sogar schon Rost ansetzt, ist er auf dem Gebrauchtwagenmarkt meist kaum noch etwas wert. Doch das muss nicht sein: Eine "frische" Plakette einer Hauptuntersuchung (HU) wirkt wahre Wunder. Laut ADAC kann so ein Stempel zwischen 1.000 und 2.000 Euro bringen – da lohnt sich die eine oder andere Reparatur am Verkaufsobjekt dann doch noch, um die TÜV-Genehmigung zu bekommen.

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