Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, kann zu Fehleinschätzungen neigen, über deren Konsequenzen man sich nicht einmal mehr bewusst ist. Denn Routine, Stress und Müdigkeit können zu einer gesteigerten Unfallgefahr führen. Wer die Zeichen rechtzeitig erkennt, kann das aber ändern.

Laut TÜV Süd verbringt jeder Deutsche im Durchschnitt zwei Jahre und sechs Monate seines Lebens hinterm Steuer - Außendienstmitarbeiter und Berufskraftfahrer ein Vielfaches mehr. 208 Stunden auf der Straße gibt der Gesetzgeber deshalb als absolutes Maximum pro Monat vor. Doch wer viel fährt, entwickelt eine Routine, die immer wieder zu einer gefährlichen Selbstüberschätzung führen kann. Das wiederum kann im schlimmsten Fall zu schwerwiegenden Unfällen führen. Der TÜV Süd gibt deshalb Tipps, wie Autofahrer solche Fehleinschätzungen rechtzeitig erkennen und diesen entgegenwirken können.

Konzentration ist gefragt

Routine im Straßenverkehr ist eine vielfach unterschätzte Gefahr. Wer sein Standardpensum abspult, egal wie umfangreich, glaub häufig alles im Griff zu haben, weiß der TÜV Süd. Diese Fehleinschätzung führt aber zu einer erhöhten Unfallgefahr, denn damit einhergehend ist eine schwindende Aufmerksamkeit. Wer sich während der Fahrt dann anderen Dingen hingibt, und beispielsweise E-Mails abruft, SMS schreibt oder ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, stellt für sich und andere Verkehrsteilnehmer eine Gefahr dar und riskiert obendrein ein Bußgeld sowie einen Punkt in Flensburg. Deshalb gilt: Konzentration hat am Steuer höchste Priorität, denn Unachtsamkeit und Ablenkung können schnell zu einem Unfall führen.

Ehrlich fährt am Längsten

Ein weiterer Punkt, der hilft Fehleinschätzungen beim Autofahren zu vermeiden, ist eine gesunde Selbstwahrnehmung und eine damit verbundene Ehrlichkeit. Wer sein Fahrverhalten nicht selbst hinterfragt, kann sich über die eigenen Handlungen mithilfe Dritter bewusst werden und gegebenenfalls sein Muster überdenken und ändern. Besonders Vielfahrer haben häufig eine andere Einschätzung zu überhöhten Geschwindigkeiten oder Abständen zum Vordermann.

Sich eine Pause gönnen

Ehrlichkeit spielt auch bei Pausen eine wichtige Rolle. Wer Müdigkeitserscheinungen und ein unkonzentriertes Fahrverhalten bei sich selbst wahrnimmt, sollte diese Anzeichen nicht einfach ignorieren. In diesen Fällen gilt es rechtzeitig eine Pause einzulegen, schließlich gönnt man sich ja auch bei der Arbeit eine kurze Auszeit - beim Autofahren sollte das nicht anders sein. Ein Power-Nap (10 bis 15 Minuten) und ein paar einfache Fitness- und Dehnübungen können für neue Energie sorgen.

Gleichzeitig gilt es dabei auch auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten. Fettiges und kalorienreiches Essen macht müde. Besser sind Snacks, bestehend aus Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Sie liefern die nötigen Nährstoffe und helfen fit zu bleiben. Schweres Essen führt dazu, dass die Verdauung viel Energie raubt und somit auch die Konzentration abnimmt.

Den Zeitplan optimieren

Ein weiterer vermeidbarer Faktor für Selbstüberschätzung und Fehleinschätzungen ist Stress. Wer ein gut durchdachtes Zeitmanagement an den Tag legt, kann auf der Straße mit Ruhe und Gelassenheit punkten. Wer es jedoch eilig hat, neigt zum Rasen und Drängeln, was wiederum das Unfallrisiko erhöht und die Nerven strapaziert. Außerdem drohen auch hier empfindliche Strafen, die im schlimmsten Fall sogar ein Fahrverbot nach sich ziehen können, was für Berufsfahrer auch noch einen drohenden Verdienstausfall bedeuten kann. Wer dagegen vorausschauend plant, umgeht dieses Risiko von Beginn an.

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