Was passiert, wenn man einen 400 PS starken Dieselmotor aus einer Sportlimousine in einen Kompaktwagen baut? Der AC Schnitzer ACS1 5.0d beantwortet diese Frage mit einer brachialen Vehemenz, wie sie nur ein Selbstzünder mit drei Turboladern entwickeln kann. Kann das gut gehen?

Kleines Auto, großer Motor: Dieses Konzept ist so alt wie das Automobil selbst. Es bewährt sich auch bei dieser verrückten Kreation aus dem Hause AC Schnitzer: Die BMW-Experten verpflanzen das Reihensechszylinder-Aggregat des BMW M550d mit drei Litern Hubraum und 381 PS in den kurzen, zweitürigen 1er. Aus dem 120d wird so ein inoffizieller 150d – der offizielle Name des Ungetüms lautet jedoch AC Schnitzer ACS1 5.0d.

800 Newtonmeter Drehmoment im ACS1 5.0d

Doch der Tuner belässt es trotz der anliegenden Leistung nicht bei der Serien-Performance und impft dem wilden Diesel noch einmal zusätzliche 20 PS und 60 Newtonmeter ein. Das Ergebnis ist eine Wucht: 400 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment zerren am Antriebsstrang des kleinen 1ers. Da ist es nicht verwunderlich, dass das Achtgang-Automatikgetriebe des M550d gleich mit in den Kompakten wandert. Mit all der Technik an Bord wächst das Leergewicht des Autos auf stattliche 1.640 Kilogramm – der Allradantrieb bleibt immerhin ebenfalls unverändert und angesichts der Kraft auch notwendig.

Die Fahrleistungen des ACS1 5.0d sind mit dem Triebwerk aus dem 5er-BMW dann auch erwartbar gewaltig: 4,5 Sekunden sollen laut AC Schnitzer für den Standardsprint vergehen. Doch richtig deutlich wird der Durchzug erst bei einer Zwischensprint-Messung: Für die Beschleunigung von 80 auf 180 km/h braucht der ACS1 nämlich gerade einmal 7,9 Sekunden. Zum Vergleich: Das Serienmodell mit ebenfalls flotten 190 PS benötigt dafür 21,9 Sekunden. Wie schnell der Superdiesel in der Spitze läuft, verraten die Tuner nicht.

AC Schnitzer ACS1 5.0d bleibt ein Einzelstück

Der Umbau des kleinen Bayern ist nicht nur kosten- und zeitaufwendig, er soll vorerst auch ein Unikat bleiben. Anfragen dürfte die Tuningschmiede aus Aachen aber dennoch genügend bekommen, immerhin hat der ACS1 5.0d kürzlich den Rekord für Dieselfahrzeuge auf dem Hockenheimring aufgestellt und stößt damit das Audi RS5 TDI Concept mit 385 PS und elektrischem Turbolader vom Thron. Vielleicht überlegt sich es AC Schnitzer ja doch noch einmal in naher Zukunft - trotz Dieselskandals.

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